Above-C-Level

Der ökologische Fußabdruck der Ewigkeit

Episode Summary

Wie nachhaltig ist unsere IT wirklich? Wir leben in einer Welt, in der Daten als „neues Gold“ gelten. Doch während wir fleißig gigabyteweise Fotos, E-Mails und Backups in die Cloud schaufeln, übersehen wir gern, dass sich dahinter eine ressourcenhungrige Infrastruktur mit einem massiven CO₂-Fußabdruck verbirgt. In dieser Folge legen wir den Finger in die Wunde der IT-Branche und sprechen mit Dr. Ina Dorothee von Haeften über digitale Beständigkeit und darüber, wie wir das Horten von Daten beenden und Wissen bewahren können, ohne den Planeten zu belasten.

Episode Notes

Links zur Episode:

 

Episode Transcription

00:03.54

Wenn es um die Umwelt und unseren CO2-Fußabdruck geht, reden wir viel über Benzinpreise, Plastiktüten, Fleischkonsum.

 

00:11.48

Aber wusstet ihr, dass das Internet, wenn es ein Land wäre, den dritthöchsten Stromverbrauch der Welt hätte?

 

00:17.50

Hinter jedem Cloud-Speicher stehen ganze Hallen voller Surrender Server, die 24 mal 7 mal 365 gefüttert und gekühlt werden wollen.

 

00:26.63

Und wir produzieren Datenmüll in einem Tempo, das sogar die Enterprise im Warp-Modus ablassen lässt.

 

00:31.87

Jedes unscharfe Foto, jede unnötige E-Mail, jedes Backup einer Kopie einer Kopie brennt ein Loch in unsere CO2-Bilanz.

 

00:38.44

Müssen wir wirklich eine digitale Müllhalde für die Ewigkeit bauen oder kann IT auch enkeltauglich sein?

 

00:45.21

Herzlich willkommen zur ersten Episode unseres Podcasts Above C Level.

 

00:50.61

Heute ist der 24.März 2026.

 

00:52.27

Ich bin Kerstin, Herausgeber von Computing Deutschland und mein heutiger Gast ist Dr. Ina Dorothee von Heften, Expertin für Datenbeständigkeit und sie beschäftigt sich von Berufswegen mit der Frage, was ist es wert, behalten zu werden und wie machen wir das, ohne den Planeten zu verheizen?

 

01:11.11

Herzlich willkommen, Ina.

 

01:14.85

Ich bedanke mich dafür, dass du mich zu deinem ersten Podcast eingeladen hast.

 

01:19.67

Und das Thema ist eins, was für dich brennt und für das ich auch brenne.

 

01:24.41

Ich freue mich also sehr, dass ich hier sein kann.

 

01:26.43

Vielen Dank.

 

01:27.78

Ja, sehr, sehr gerne.

 

01:29.78

Ina, Hand aufs Herz.

 

01:31.10

Ist unsere Digitalisierung gerade eher Fluch oder Segen für das Klima?

 

01:36.08

Also es ist meiner Meinung nach wirklich Fluch.

 

01:39.12

Also da kann ich wirklich eine klare Antwort geben.

 

01:41.78

Ich möchte erst mal noch vorneweg sagen, also nicht nur die Digitalisierung, aber jetzt zum Beispiel AI, was ja noch mal eine ganze Explosion an Daten verursacht, ist natürlich auch großartig, weil wir unglaubliche Analysen machen können von irrsinnigen Daten und Bildern, was wir einfach nicht gekonnt hätten.

 

02:01.00

AI ist der beste Statistiker der Welt.

 

02:04.30

Es ist absolut fantastisch und wir können so viel lernen, um dann die Umwelt zu retten.

 

02:09.60

Aber um das Ganze zu tun, das ist gleichzeitig umwelttechnisch so unheimlich teuer und das ist, glaube ich, sehr wenigen Menschen bewusst, was für Auswirkungen das hat und vor allem haben wird in der Zukunft.

 

 

02:26.78

Jetzt fühlen digitale Daten sich ja oft kostenlos und gewichtslos an, obwohl sie doch tonnenweise Kohle und Wasser verbrauchen.

 

02:36.47

Zwingen uns auch Gesetze dazu, also Stichwort Aufbewahrungsfristen, dass wir Umweltsünder sind?

 

02:45.43

Also theoretisch zwingen sie einen dazu, aber wenn du jetzt mal anschaust, wie viel, man muss sich das wirklich mal durchrechnen, also die Arten von Dokumenten, die man wirklich aufbewahren muss aus legalen Gründen, sind so im Einzelfall und für die normalen Firmen wirklich nicht diese Ausmaße.

 

03:10.44

Also das ist wirklich nicht, dass man sich da beschweren muss, wie viel man aufbewahren muss.

 

03:14.84

Das könnte man wirklich so schaffen.

 

03:16.88

Es gibt natürlich dann auch die Frage, wie man es aufbewahrt.

 

03:20.45

Also ob man es aufbewahrt.

 

03:22.23

Wie heißt sozusagen, auf welchem Untergrund, auf welchem Medium man es aufbewahrt, dann wird es schon mal unfreundlicher.

 

03:28.51

Es gibt aber natürlich Ausnahmen.

 

03:30.35

Also zum Beispiel, wenn jetzt für autonomes Fahren, was ja nun wirklich groß in der Zukunft kommen wird, muss für jeden Sensor, für jegliche Art von Eingabe, für jeden Trigger, müssen die Daten aufbewahrt werden.

 

03:47.42

Das heißt, jedes, wir reden jetzt nicht mal nur von den Trainingsdaten, sondern wirklich, was produziert wird, jedes einzelne Auto,

 

03:57.79

Da werden wir pro Tag viele Terabytes produzieren.

 

04:02.47

Wenn du eine Million autonome Autos hast, dann wird das in die Exabytes gehen.

 

04:08.48

Das ist gigantische Datenmengen.

 

04:10.68

Und das sind praktisch solche Dinge, sind also vielleicht nicht unbedingt, warum muss man die aufbewahren?

 

04:16.36

Ja, weil wenn was passiert, dann ist das Risiko so groß, dann wird gefragt, was habt ihr denn falsch gemacht?

 

04:23.35

Das heißt, aus Versicherungsgründen werden die Leute diese Daten aufbewahren wollen, weil du sie analysieren wirst.

 

04:30.75

Und du kannst daraus lernen.

 

04:32.57

Und das ist eben eher das.

 

04:33.89

Ich würde eher sagen, es sind nicht unbedingt jetzt nur, dass man die Daten aufbewahren muss, sondern dass diese Daten so wertvoll sind,

 

04:42.41

Also auch alles, was wir von Satelliten bekommen, wenn man jetzt genau, was ich vorher gesagt habe, die ganze Aufzeichnung von Erddaten und so weiter, wenn man sich das anschaut, das sind so wertvolle Daten, dass man das in der Zukunft, die aufbewahrt werden wollen.

 

04:58.30

Es ist sozusagen, man sagt, das ist das Gold des 21. Jahrhunderts, die Daten.

 

05:03.43

Ja, das ist absolut nachvollziehbar.

 

05:05.79

Also ich sehe das sofort ein vor dem Hintergrun Autonomes Fahren, die Menge an Daten, die produziert wird, die auch wichtig ist für die Entscheidung des Fahrzeugs, das es dann treffen muss.

 

05:16.45

Und aber eben natürlich auch aus Compliance-Gründen.

 

05:19.13

Ich sehe es auch aus anderen Bereichen, was du schon angesprochen hast: Satellitendaten, Wetterdaten, Aufzeichnungen, historische Aufzeichnungen.

 

05:26.37

Jetzt ist es aber auch so, dass 50 Prozent der Unternehmensdaten Dark Data sind.

 

05:31.47

Wir speichern Dinge, von denen wir noch nicht mal wissen, dass wir sie haben.

 

05:34.76

Wenn ich mich im täglichen Leben mal umschaue, egal welche Webseite ich besuche, da kommen erst mal 385.000 Cookies daher, die mit irgendwelchen Analysewerkzeugen alles Mögliche, aufzeichnen, sammeln und aufbewahren wollen, was ich so produziere und mache.

 

05:52.06

Wie könnte denn eine Strategie aussehen, die uns nur das Relevante im Blick behalten lässt und aber auch aufbewahren lässt?

 

06:03.66

 

Das hier denke ich, ist natürlich irrsinnig schwierig und es ist im Moment vor allem nicht gemacht, dass analysiert wird von Seite der Firmen, was sind denn jetzt wertvolle Daten und was nicht.

 

06:22.72

Aber es gibt Bemühungen.

 

06:23.78

Ich habe gerade einem Workshop teilgenommen, der Library of Congress, wo es um praktische Archivierung von Daten ging.

 

06:30.04

Und es gibt Bemühungen, zum Beispiel macht das das MIT und Princeton, dass sie versuchen,

 

06:35.97

Matrixen aufzustellen, die sozusagen die Bewertung, was ist denn nun wertvoll, dass man sagt, wie kann man automatisch auch als IT-Manager einschätzen, welche Daten jetzt wertvoll sind und welche nicht.

 

 

06:50.24

Das wird noch nicht gemacht, aber es ist eine sehr gute Idee zum Beispiel.

 

06:52.94

Und das ist also was, was, wenn wir so viele Datenmengen haben, plötzlich, davor hat kein Mensch darüber nachgedacht, aber jetzt wird es interessant.

 

06:59.77

Und das kann aber auch, theoretisch kann es auch jede Firma für sich selber anfangen zu sagen, was sind denn nun unsere wertvollsten Daten?

 

07:06.65

Was muss denn legal aufbewahrt werden?

 

07:09.59

Und was können wir einfach wegwerfen?

 

07:12.61

Diese Frage wird ja oft nicht gestellt, weil es Zeit kostet.

 

07:15.61

Es ist ja viel praktischer, alles bisher aufzubewahren und das brauchen wir nicht.

 

07:20.13

Das ist das eine.

 

07:20.89

Und dann das zweite ist, dass ja als IT-Manager man oft die Daten in heiß und kalt unterscheidet.

 

07:28.33

Also heiße Daten ist alles, was man noch gebraucht, was noch wieder aufgerufen wird.

 

07:32.35

Und dann, also das, sagen wir mal so, in den ersten sechs Wochen sind die Daten noch heiß, werden geändert, werden verknüpft und so weiter.

 

07:40.09

Dann werden sie langsam kälter und sind dann warm.

 

07:43.29

Und dann werden sie eiskalt.

 

07:45.07

Das heißt, sie werden nie wieder gebraucht, es sei denn, es gibt irgendwie von der Steuer wird was nachgerufen oder ein Audit oder sowas.

 

07:53.98

Ansonsten liegen die einfach da.

 

07:55.34

Und jetzt kommt das Problem, dass diese irrsinnig kalten Daten aber auf einer Infrastruktur aufbewahrt werden, die eigentlich für Millisekunden, für heiße Daten gemacht ist, dafür, dass sie immer wieder abgerufen werden können. Nicht dafür, dass sie einfach da sitzen.

 

08:11.70

Und da werden die Discs rennen; es wird gekühlt; die Elektrizität brennt die ganze Zeit.

 

08:21.12

Es brennt durch, kann man heutzutage sagen.

 

08:24.43

Und dann sitzen da völlig kalte Daten, die nie wieder benutzt werden.

 

08:28.17

Und das finde ich eben ein riesiges Problem.

 

08:32.42

Das ist auch mir in der Praxis tatsächlich aufgefallen.

 

08:36.00

Also Unternehmen tun sich wahnsinnig schwer damit, Daten zu klassifizieren, zu einzuordnen, was ist wichtig.

 

08:42.03

Wobei sie das ja erst jetzt, also genau in unserer Zeit auch müssten.

 

 

08:48.29

Wenn wir den Hintergrund KI nehmen, das Training von Large Language Models, die brauchen ja relevante Daten.

 

08:54.95

Ich muss ja quasi entscheiden.

 

08:57.17

Jetzt weiß ich aber auch, dass du auch Psychologin bist.

 

09:00.93

Warum fällt es uns so schwer, uns von Dingen zu trennen, von Daten zu trennen, Daten wegzuschmeißen, Daten zu sortieren?

 

09:09.63

Das zieht sich wie ein roter Faden.

 

09:11.51

Ich bin jetzt seit Ende der 90er in der IT.

 

09:13.89

Das zieht sich wie ein roter Faden durch.

 

09:16.55

Unternehmen können es nicht.

 

09:19.40

Ja, es ist absolut klar und wir können auch wirklich mal jetzt einfach vom Individuellen ausgehen, weil tatsächlich sind Firmen ja auch einfach Menschen, sind ja auch aus Menschen geworden.

 

09:30.07

Und die ganze Geschichte ist das, dass es erstmal damit anfängt, dass man sich damit identifiziert.

 

09:38.62

Also wirklich, es ist so, man muss nur mal gucken, wenn man alle E-Mails von dem letzten Jahr durchliest, man wird die nie wieder brauchen, aber lies nur mal so die Überschriften und so durch, plötzlich denkst du, das war ich, das war mein Jahr.

 

09:50.58

Das ist alles, was ich, und obwohl es ja nur Daten sind, ist es praktisch plötzlich was, was mit deinen Erlebnissen verknüpft ist, was mit Projekten verknüpft ist, mit den Ups und Downs und dann ist es ja, ist es weg, aber da ist es noch.

 

10:03.54

Und dadurch bekommt es wie sozusagen etwas Lebendiges an.

 

10:06.99

Und es gehört, ist dann Teil deiner.

 

10:09.05

Genau wie einfach tatsächlich eine Firma ohne Schmarrn ist heute, sind es jetzt nicht unbedingt mehr die Gebäude.

 

10:15.95

Und was es früher alles war, was die Firma war, das ist heute oft gemietet oder die Leute sitzen irgendwo in der ganzen Welt.

 

10:23.89

Und es sind tatsächlich die Daten.

 

10:25.43

 

Die Daten sind die Firma.

 

10:27.51

Und dann ... war es tatsächlich, also jetzt ist es dann so, dass man denkt, das könnte ich doch nochmal brauchen.

 

10:36.40

Das war so wichtig.

 

10:37.92

Das kann ich nochmal brauchen.

 

10:39.76

Und der Platz hat eben auch nichts gekostet bisher.

 

10:44.01

Da gibt es diese andere psychologische Theorie, das ist einfach aus den Augen, aus dem Sinn.

 

10:47.81

Wenn ich es nicht sehe, wenn es nicht gigantische Archive sind, wo ich Miete dafür bezahlen muss, dann ist es, als ob es nichts, ja, dann, was du gesagt hast, was die Daten so leicht macht.

 

10:58.83

Es ist den Leuten nicht bewusst, dass tatsächlich die Cloud eine gigantische Infrastrukturmaschine ist, die sich über die ganze Welt erstreckt, die einfach wie eine Schwerindustrie Energie verbraucht und, und, und, und.

 

11:15.65

Das ist für uns einfach nicht bewusst.

 

11:18.03

Das ist uns unbewusst.

 

11:19.32

Das ist ja jetzt so meine erste logische Antwort darauf.

 

11:20.14

Ja, das ist aber sehr, sehr tiefe Einblicke.

 

11:28.33

Ich finde das interessant.

 

11:30.11

Du hast es vorhin auch schon angesprochen, also selbst auch in den Gletschern verbrauchen die Daten eben Strom, Platz und Wasser und es ist wirklich eine gigantische Maschinerie im Hintergrund.

 

11:39.86

Dazu kommt auch noch, dass wir alle Jubiläare funktionsfähige Hardware einfach wegschmeißen, für drei, vielleicht fünf Prozent mehr Effizienz oder weil der Hersteller uns das gerade verspricht.

 

11:51.19

Jetzt mal meine Frage an dich persönlich, wie kann uns ein nachhaltigerer Umgang überhaupt generell mit unseren Ressourcen gelingen?

 

12:00.54

Hast du da eine Antwort?

 

12:03.07

Ich würde sogar gerne noch mal erst auf das eingehen, weil das wiederum absolut unbewusst ist.

 

12:08.03

Also ich glaube, Bewusstsein ist wirklich der erste Schritt, aber dazu muss man auch mal sich klar machen, was das bedeutet.

 

12:13.99

Also zum Beispiel haben wir von Apple gehört,

 

12:16.49

dass nach fünf Jahren, wenn sie dann irgendwie in der Cloud mal den Hard Drive dann, nach drei bis fünf Jahren muss es ausgewechselt werden, einfach weil die Garantien nicht mehr da sind.

 

12:26.63

Es ist nicht mehr als drei bis fünf Jahre Garantie drauf.

 

12:30.57

Auf Tape, was man so für Archivierung von kalten Daten benutzt, was auch so die billigste Methode ist, es ist die Garantie länger, aber nur unter ganz, ganz strikten Bedingungen.

 

12:40.63

Das heißt, so alle drei bis fünf bis sieben Jahre muss alles ausgetauscht werden.

 

12:45.10

Und jetzt muss man sich mal vorstellen, das ist ein brandneuer Harddrive, der dreht sich und es wurde nicht ein einziges Mal abgerufen.

 

12:53.26

Und jetzt kommt der Killer.

 

12:56.32

Jedes Jahr ist der Elektroschrott das Äquivalente eines Zuges von München bis Stuttgart.

 

13:05.35

180 Kilometer voller Elektroschrott, unbenutzter, praktisch neuer, die man eben nicht mehr aus Garantiegründen benutzen darf, SSDs, HDDs und LTUT.

 

13:17.58

Und die werden dann einfach in Landfills verschrottet.

 

13:21.76

Das ist Wahnsinn.

 

13:24.24

Da sind seltene Erden drin.

 

13:29.52

Und wenn man sich das erstmal bewusst macht, dann sagt man, muss ich es denn unbedingt dann in der Cloud oder praktisch aktiv aufbewahren?

 

13:40.90

Das ist die erste Sache.

 

13:43.12

Muss ich wirklich hundertmal hundert Fotos derselben Sache oder irgendwie diese Blitz, wo du so zehn schnelle Fotos machst, und muss ich mein Video dann auf alles draufhalten, weil jeder Moment wertvoll ist?

 

13:58.40

Das muss man sich dann klar machen, was die Kosten sind.

 

14:02.87

Du hast es gerade wirklich sehr gut angesprochen, also Schwermetalle, seltene Erden, was dort als Landfill benutzt wird, spielt ja auch noch eine andere, die Sachen müssen ja auch hergestellt werden und jetzt gerade, wenn wir über Tape sprechen, da spielt ja Chemie auch eine sehr große Rolle, also das ist ja alles beschichtet, belichtet, mit chemischen Materialien behandelt.

 

14:22.91

Ich habe mal ein Video gesehen, auch wie Chips hergestellt werden, also das Ganze, egal ob es jetzt Flash-Speicher sind oder Chips in Prozessoren.

 

14:32.66

Das ist ja eine unglaubliche Menge an Chemie und auch Wasser, was dort verbraucht wird.

 

14:38.87

Das ist ja so das nächste Frontier.

 

14:42.04

Und wie könnte denn da ein Schwenk gelingen?

 

14:44.96

Also ich weiß, ihr selbst forscht ja auch an alternativen Materialien.

 

14:51.08

Ihr habt ein Medium erfunden, ja nicht erfunden, also Glas gibt es schon lange, aber eine Möglichkeit gefunden, genau dieses Medium für euch nutzbar zu machen.

 

15:00.61

Wäre das ein Weg in die Zukunft und welche Alternativen gibt es da noch so?

 

15:04.89

Du beschäftigst dich ja damit.

 

15:07.62

Also ich erzähle das wirklich gerne, weil ich denke, es gibt einen ganz, ganz klaren Weg in die Zukunft.

 

15:16.14

Und das ist wirklich nicht jetzt nicht nur die neue Technologie, von der ich gerne ein paar Worte erzähle, aber auch es ist praktisch eine neue Infrastruktur, die wir brauchen.

 

15:26.58

Es ist also praktisch die jetzige Infrastruktur,

 

15:29.36

Und ich meine, das ist wirklich enorm toll mit irrsinnig viel Aufwand und vor allem irrsinniger Aufmerksamkeit von fantastischen Ingenieuren.

 

15:37.40

Also das muss man sagen, es ist toll.

 

15:39.05

Aber es ist einfach original nicht dafür entwickelt worden.

 

15:42.85

Das muss man sich vorstellen, das war einfach so vor 50 Jahren.

 

15:46.31

70 Jahre sind Tapes alt eigentlich.

 

15:48.93

Und es war einfach das, was man hatte.

 

15:52.01

Und dann ... hat man nicht gewusst, was man stattdessen macht und man musste vielleicht auch Daten gar nicht so lange aufbewahren, man hat darüber nicht nachgedacht, sondern das war halt, was man hatte.

 

16:01.55

Und dann hat man es immer intensiver und größer und dichter und schneller gemacht und dann daran gearbeitet, dass man es einfach das, was man hat, besser macht.

 

16:10.42

Und was wir glauben, ist, dass es so extrem ist jetzt und mit der extremen Entwicklung dieser Datenmengen, mit der wir umgehen,

 

16:21.96

und den Compute Power, dass wir eine neue Infrastruktur brauchen als Lösung, weil es wirklich jetzt um die Aufbewahrung von Daten geht.

 

16:31.64

Und früher hat man einfach Daten dann auf Papier und ich weiß nicht, was aufbewahrt.

 

16:35.90

Und das war anders, als wenn man sie aktiv aufbewahren muss.

 

16:39.21

Und was wir machen, ist, das ist sehr lustig, weil es eines der ältesten Materialien ist und das ist Glas.

 

16:45.97

Wir nehmen sehr dünne, Glasscheiben, also wie einfach sehr dünne, also man kann die biegen, die sind so dünn, die sind wie Glasfolien und wir schreiben mit einem Femtosekundenlaser winzige Nanostrukturen, also das sind wie QR-Codes, in diese Glasplatten.

 

17:14.37

Und das kann man sich, also wenn man aus meiner Generation ist, da gab es Mikrofiche in den Bibliotheken.

 

17:22.61

Es ist wie CD-ROM 5 und Steroids, weil wir irrsinnig schnell schreiben.

 

17:29.87

Das ist genau der Unterschied.

 

17:30.81

Das ist jetzt nicht mit einem Laserpunkt ein Tröpfchen, sondern wir schreiben eine Million Datenpunkte aufs Mal.

 

17:38.46

Wir schreiben irrsinnig schnell.

 

17:39.88

Wir werden, also die Roadmap sagt, wir werden mal 4 GB pro Sekunde schreiben.

 

17:45.68

Das ist also so schnell wie ein SSD.

 

17:48.36

Und wir schreiben immer noch relativ dicht, weil das einfach Photonen sind.

 

17:55.06

Und wir sagen, das hat irrsinnige Vorteile.

 

17:59.11

Das Glas braucht keinerlei Kühlung, keinerlei Elektrizität.

 

18:04.83

Das wissen wir, es ist absolut, es hält, es gibt Glasstudien, wir können sicher sagen, bis zu 10.000 Jahre.

 

18:12.96

Unveränderlich.

 

18:14.22

Also von wegen Cybercrime, die Daten nicht mehr deletet und geraubt werden und wir verändern sie oder sowas oder durch irgendwie die Idee Rogue AI wird unsere Daten verändern.

 

18:29.36

Da ist nichts Veränderbares, das sind einfach dann Hashtags, die Summen müssen stimmen und man könnte ja irgendwie Punkte drüber machen und dann stimmt alles einfach nicht mehr.

 

18:39.62

Und das Glas kann dann wirklich physisch wie früher, also Papyrus, was weiß ich, stellt man sich vor, einfach in Stahlschatullen und ein Petabyte passt also locker in so eine kleine Stahlschatulle, steht im Regal.

 

18:53.23

Und wird einfach mit voll robotisch hin und her und wir machen einfach eine neue Art Datencenter, neue Infrastruktur, neue Art von Datencenter, wo die kälteren Daten, die langzeit auch bewahrt werden müssen und das jetzt immer mehr gigantische Mengen werden, einfach da stehen, souverän, oft vom Internet, ja, sicher.

 

19:11.100

Das ist unsere Idee.

 

19:13.100

Eine fantastische Idee.

 

19:15.64

Wenn ihr mehr darüber wissen wollt, ich habe mit Ina schon vorher gesprochen und wir haben das auch schon in einem Artikel verarbeitet.

 

19:22.54

Die Informationen kriegt ihr natürlich in den Shownotes mit.

 

19:26.28

Ich habe noch eine Frage.

 

19:27.98

Also, wenn du die IT-Welt mit einem einzigen Klick ein bisschen grüner machen könntest, welches Feature oder welche Gewohnheit würdest du weltweit löschen?

 

19:42.75

Ich würde die Idee, dass alles eben als warm aufbewahrt wird.

 

19:48.47

 

Also ich würde sehr stark sagen, unterscheidet zwischen Compute und heißen Daten und kalten Daten und bewahrt die kalten Daten anders auf.

 

20:09.14

auf NAS oder was weiß ich, auf Hard Drive sogar, ja, aber nicht in der Cloud.

 

20:16.26

Ja, das würde ich jetzt erstmal sagen, bis wir sozusagen groß genug sind, weil wir können das machen.

 

20:22.23

Wir können das sogar schnell machen, aber es braucht natürlich Infrastruktur, braucht ein großes Investment.

 

20:27.71

Aber dann können wir das machen.

 

20:28.97

Aber man kann jetzt schon anfangen und sagen, Leute, unterscheidet zwischen heiß und kalt.

 

20:33.38

Das würde ich sagen.

 

20:35.22

Das ist schon mal ein sehr, sehr guter Anfang, auch für eine Art von Klassifizierung tatsächlich bewusst zu entscheiden, muss ich das jetzt speichern oder muss ich es aufbewahren?

 

20:46.68

Und diesen Unterschied, du hast es ja im ersten Interview auch erklärt, sich bewusst zu machen: Bewahren und Speichern.

 

20:53.83

Ja, vielen, vielen Dank.

 

20:59.34

Vielen, vielen Dank, liebe Ina und vielen Dank auch an euch, dass ihr uns zugehört habt, dass ihr zugeschaltet habt.

 

21:05.41

Ihr wart Zeuge von Episode 1 unseres Podcasts Above C Level.

 

21:09.95

Folgt uns auf LinkedIn oder WhatsApp für mehr interessante Einblicke und Informationen.

 

21:13.69

Lest Artikel auf computingdeutschland.de und ansonsten bleibt mir heute nur noch zu sagen, bis zum nächsten Mal bei Above C Level.

 

21:20.24

Vielen Dank, Ina.

 

21:23.55

Ich danke dir, Kerstin.

 

21:24.62

Tschüss.

 

21:25.84

Tschüss.